Vitalstoff-Blog

Warum Vitalstoffe nicht wirken dürfen

Krankheit ist ein Geschäft in Deutschland

Viele Fragen, die mich über diese Seite erreichen, sind grundsätzlicher Natur. Menschen, die keine Erfahrung mit Vitalstoffen haben, wundern sich, warum so wenig über den Nutzen von Vitaminen, Mineralien und Co bekannt ist. Das hat einen einfachen Grund: Der Strom kommt in Deutschland aus der Steckdose und wer krank ist, geht mit seiner Karte zu Arzt und wird behandelt – umsonst, denkt der Patient. Dass in jedem Jahr die Gesundheitsausgaben in Deutschland steigen (in 2010 sind 287 Mrd. Euro für Gesundheitsleistungen in Deutschland ausgegeben worden) und die Zeche von den Beitragszahlern (vor allem zur gesetzlichen Krankenversicherung, die in den zehn Jahren seit 2000 eine Kostensteigerung allein für Arzneimittel um rund 30 Prozent verkraften mussten) zu zahlen ist, wird kaum beachtet.

Gerade die im internationalen Vergleich immer noch traumhafte gesetzliche Krankenversicherung in Deutschland macht es für Arzneimittelhersteller und andere Anbieter so lukrativ: Der Versicherte denkt nicht an die Kosten, ein mögliches Defizit wird vom Steuerzahler ausgeglichen. Krankheit ist ein Geschäft in Deutschland.

Damit das so bleibt, müssen die Menschen krank bleiben. Das klingt zynisch, doch es ist der Grund, weshalb das Wissen um natürliche Gesundheit in Deutschland so wenig verbreitet ist. Und weshalb die Gesetze so restriktiv sind in unserem Land, was die produktbezogenen Heilaussagen angeht, damit die ganzheitliche Gesundheit und Prävention in ihrer Wirkung eingedämmt und Pharma-Profite abgesichert werden.

Daher ist es sehr gefährlich, wenn Firmen- und Produktnamen mit Heilaussagen in Verbindung gebracht werden. Selbst wenn es Einzelpersonen sind, die diese Wirkungen bezeugen und nicht die Herstellerfirma, ist es für geschickte Juristen ein Leichtes, daraus einen Vorwurf gegen die Firma zu richten. Das hat es schon hundertfach gegeben. Die betroffenen Firmen mussten dann dementieren (also explizit bestreiten, dass ihre Produkte die besagte Wirkung haben!) und im zweiten Schritt auch gegen ihre Kunden und Partner vorgehen und sie abmahnen, solche Behauptungen zu unterlassen.

Denn solche Behauptungen sind nur zulässig, wenn sie durch große Studien belegt werden – und zwar für jedes Produkt und für jede behauptete Wirkung! Das kann sich nur ein großes Unternhmen wie ein Pharma-Konzern leisten, der mit seinen patentierbaren Produkten nicht selten Milliardengewinne erzielt („Blockbuster“). Daraus ein paar Milliönchen für Studien abzuzweigen, ist kein Problem.

Aus einem frei nachzuproduzierenden Vitalstoff mit Naturinhalten, die nicht patentierbar sind, solche Millionen zu erwirtschaften, ist deutlich schwieriger – um nicht zu sagen unmöglich. Ganz abgesehen von der Fragwürdigkeit der Studiendesigns selbst. Randomisierte Doppelblindstudien (RCTs) eignen sich sicher, um die Wirkung von körperfremden Substanzen zu untersuchen. Da werden wenige verschiedene Faktoren „kontrolliert“. Bei rund 75-100 Vitalstoffen, die der Körper kennt und die qua Definition alle miteinander interagieren, ist eine Doppelblindstudie nicht nur nicht geeignet. Sie ist auch faktisch undurchführbar, weil die Menge der Faktoren nicht über längere Zeiträume „kontrolliert“ werden kann. Deswegen halten namhafte Forscher es seit langem für politisch und ethisch unverantwortlich, diese „Evidenz“ für Wirkungsnachweise von Vitalstoffen zu fordern.

Derzeit ist das die Rechts- und Gesetzeslage, an die wir uns halten müssen. Was nicht bedeutet, dass wir gar nicht aufklären können. Aber dabei müssen wir uns auf Mengenangaben und Bezeichnungen von verschiedenen Vitalstoffen beschränken. Der Verbraucher kann – und muss – dann selbst recherchieren, wo welche Stoffe drin sind. Dr. Petra Wenzel macht es in ihrem Buch „Die Vitalstoff-Entscheidung“ genau so. Dort sind übrigens auch Hinweise enthalten, wie bestimmte Qualitätsbestimmungen für Hersteller und Produkte möglich sind.

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5 Antworten

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  1. Birgit said, on 16. April 2012 at 22:05

    Frage, was passiert eigentlich wenn Firmen eine Webseite auf Facebook haben , mit Vitalstoffprodukten arbeiten und die Kunden eine Heilaussage „……das Produkt hat mir geholfen ….. weg zu bekommen“ schreiben. Können hier auch die Firmen Probleme bekommen? Danke für die Beantwortung.
    Schönen Abend
    Birgit

    • Traumdoc Uwe Alschner said, on 20. April 2012 at 15:19

      Hallo Birgit. Ja, auch dergleichen kann problematisch sein. Immer wenn Produkte mit einer konkreten Heilaussage verbunden werden, wird es heikel. Erst recht auf der Firmenwebsite.

  2. Babs said, on 7. Februar 2014 at 10:52

    Deshalb sage ich immer: Vitamine selbst heilen nicht. Eine Heilung ist immer eine Selbstheilung. Unser Körper weiß ganz genau wie das geht. Das liegt schon in unseren Genen. Unser Körper braucht aber immer sein lebensnotwendiges „Werkzeug“, die Vitamine, Mineralien, Spurenelemente, Fette, Proteine, ohne die ein Leben nicht möglich ist. Dann ist unser Körper selbst in der Lage das innere Gleichgewicht wieder herzustellen.
    Finden Sie diese Aussage problematisch?
    Beste Grüße von Babs

  3. Seelenliebe - Shana´Shanti said, on 1. September 2017 at 20:32

    Hat dies auf Seelenliebe rebloggt und kommentierte:
    Danke für diesen so wertvollen Artikel!


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