Vitalstoff-Blog

Gefahren durch Mobilfunk systematisch heruntergespielt?

Posted in evidenzbasierte Medizin, Verbraucherschutz, Wissenschaft by Uwe Alschner on 11. Oktober 2010

Lange habe ich überlegt, dieses Stück nicht zu schreiben. Zuallerst: Dies ist das Vitalstoff-Blog und kein Blog für Gesundheitsgefahren. Zum zweiten: Ich bin ein bekennender Fan von Handies. Jedenfalls war ich das bisher. Und habe die Fortschritte der technischen Entwicklung in diesem Bereich selbst in Form von Produktivitätszuwachs genossen. Mit zunehmender Dauer allerdings wandelt sich dieses Bild und die Schattenseiten dieser Entwicklung treten für mich immer stärker zutage: Ständige Erreichbarkeit und daraus resultierender Streß. Idealisierung dieses Fortschritts durch die nächste Generation mit zunehmendem Zwang, jede technische Neuerung nachvollziehen und besitzen zu müssen. Et cetera, et cetera …
Wie dem auch sei: Angeregt durch eine spannende Sendung von erneut Layna Berman, die sich selbst und ihre Sendung „Your Own Health and Fitness“ als „kritische und unabhängige Stimme“ bezeichnet, die „nicht nur Ihre Gesundheit, sondern auch eure (Informations-)Freiheit“ schützt“, habe ich mich entschlossen, Information nicht für mich zu behalten, sondern sie zu teilen. Es ist Information, die mich besorgt, weil sie unterstellt, es könnten systematisch Informationen unterdrückt worden sein, die eine Gefährlichkeit von Mobilfunk-Telefonen und -Anlagen zeigen. Diese Aussage stammt von Dr. Devra Davis, Autorin des Buches Disconnect. Sie hat lange geforscht und ein spannendes Buch veröffentlicht, in dem klare Empfehlungen von Wissenschaftlern erscheinen: Halten Sie ihr Mobiltelefon nicht an den Kopf, weil die elektromagnetische Strahlung eine ernst zu nehmende Gesundheitsgefährdung sein kann. Überraschenderweise sagen dies sogar die Hersteller!

Achtung Industrie!

Posted in Ernährung, Functional Food, Nahrungsergänzung, Nutrition, Renditestreben, Verbraucherschutz by Uwe Alschner on 28. September 2010

Verbraucherschutz! Passender und ehrbarer kann kein Anspruch sein, den die Politik für ihr Wirken zum Wohle der Wähler formulieren könnte. Doch tatsächlich handelt es sich – allen durchaus oftmals ernst gemeinten Erklärungen zum Trotz hierbei um eine zwiespältige Sache. Denn was unter dem Mantel des Verbraucherschutzes daherkommt, entpuppt sich bei genauem Hinsehen nicht selten als eiskalte Entmündigung der Verbraucher. So zum Beispiel die hier bereits thematisierte Novelle des LFGB. Immer deutlicher wird dabei, dass vor allem eine Seite profitiert: Die Industrie!
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Ein ganz einfacher Dreisatz

Dass ich gerne schreibe und die Ergebnisse von Beobachtungen oder Recherchen danach gerne teile, ist meinen Lesern bekannt. Die meisten wissen auch, dass ich an verschiedenen Stellen publiziere – zu den Themen, die mich persönlich bewegen. Dieser Beitrag ist der erste, der nicht nur auf allen drei Blogs stehen könnte, sondern tatsächlich auch hier, hier und hier zeitgleich erschienen ist. Anlass war dieser Beitrag in der ZEIT über die neue Volkskrankheit Burn-Out“.
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Perpetuum Mobile

Posted in Gesundheitswesen, Pharma-Lobby, Verbraucherschutz by Uwe Alschner on 11. Februar 2010

Das deutsche Gesundheitswesen steht vor gewaltigen Problemen – und gehört dennoch zu den attraktivsten Wirtschaftsbereichen weltweit. Wie ist das möglich?
Ganz einfach: weil die Attraktivität als Wirtschaftsfaktor der Hauptgrund ist für die Probleme des Gesundheitswesens! Ganz recht: was sich wie ein Paradox liest, ist gar keines, sondern sogar eine logische Folge! Was sich auch daran ersehen lässt, dass die Probleme und Lasten vor allem einseitig verteilt sind: Beitragszahler und Patienten sowie die öffentlichen Kassen (inklusive Krankenkassen) sind die Leidtragenden. Nutznießer sind vor allem die großen Arzneimittelhersteller!
Auch wenn sie dies wie der scheidende Bayer-Chef Werner Wenning nach Kräften leugnen, bleibt es eine Tatsache: die Ausgaben für Arzneimittel sind in Deutschland 20 Prozent höher als im Durchschnitt der Industrieländer. Das hat die OECD zuletzt 2007 bestätigt. Wohlgemerkt: weil Deutschland selbst zu dieser Gruppe zählt, tragen die hiesigen Arzneimittelkosten noch dazu bei, dass sich der Durchschnittswert künstlich erhöht. Ohne Deutschland hätten die übrigen OECD-Länder einen geringeren Durchschnittswert – und die Diskrepanz zu Deutschland fiele noch deutlicher aus!
Da ist es geradezu lächerlich, wenn der Bayer-Chef, dessen Unternehmen die führende Rolle im Lobbyverband der Forschenden Arzneimittelhersteller VFA spielt (Hauptgeschäftsführerin Cornelia Yzer war Bayer-Angestellte, bevor sie in die Politik wechselte und bereits als Staatssekretärin im Bonner Forschungsministerium dazu beitrug, den engen Zusammenhang zwischen Wirtschaft und Forschung zu erhalten), versucht, das Kostenargument mit dem Hinweis zu widerlegen, der Preisanstieg von patentgeschützen Arzneimitteln habe nur 2,2 Prozent betragen. Dieser Wert ist unmaßgeblich, denn er bezeichnet die Preissteigerungen der Medikamente, die bereits auf dem Markt erhältlich sind und noch dem Patentschutz unterliegen. Der wahre Kostentreiber sind jedoch Arzneipräparate, die neu patentiert und in den Markt gebracht werden! Sie verursachen 60 Prozent der Arzneimittelausgaben. Und zwar deshalb, weil sie nur die Hürde der medizinischen Zulassung nehmen, bevor sie von den Krankenkassen erstattet werden müssen! Selbst dann, wenn ihr medizinischer Nutzen im Vergleich zu bereits erhältlichen Präparaten gering oder gar nicht existent ist!
Gerade in diesen Fällen, wo ein „Fortschrittsnachweis“ nicht bewiesen ist, weil sich das neue Präparat in der Wirkung kaum von alten unterscheidet, liegt es nur noch am Vertriebserfolg des Hersteller-Unternehmens, um die Kassen zu zwingen, die Kosten zu übernehmen. Wie sich ein solcher Erfolg erzielen lässt, wissen Heerscharen von Pharma-Referenten zu berichten: durch „Kundenpflege“ und „Überzeugungsarbeit“ bei den verabreichenden Medizinern!
Vor diesem Hintergrund wird die Ablösung des IQWiG-Chefs Peter Sawicki erst recht fragwürdig, dessen Institut die Beurteilung dieses „Fortschrittsaspektes“ neuer Arzneimittel stärker in die Beurteilung nehmen sollte.
Damit wird deutlich, dass das Gesundheitswesen in Deutschland für die Pharma-Industrie ein perpetuum mobile ist, ein sich selbst treibendes System: die Gewinne aus patentierten Arzeimitteln werden zu einem Teil in „Kundenpflege“ investiert, was zu konstanten Verschreibungen neuer Medikamente der selben Hersteller oder zur Wechselbereitschaft neuer Hersteller führt. Die dadurch erreichten Verschreibungen neu patentierter Medikamente sichern weitere Gewinne, da die Kosträger (Krankenkassen) die Preisgestaltung für diese neuen Medikamente akzeptieren müssen. Personelle Verflechtungen zwischen Industrie und Politik sichern parallel den Einfluss auf die Ausgestaltung der Rahmenbedingungen der Zukunft. Politik definiert Fortschritt finanziert Politik finanziert Wirtschaft definiert Politik definiert Fortschritt. Wo bleibt da die Gesundheit??

Verbraucherschutz? Aber bitte umfassend!

Posted in 5 am Tag, DGE, DGOM, Ernährung, Verbraucherschutz by Uwe Alschner on 1. Februar 2008

Die Internetseite fitimalter.de erhebt den Anspruch, Senioren mit guten Ratschlägen zu Fitness im Alter zu verhelfen. Ein nobles Ziel. Urheber der Seite ist die Verbraucherzentrale Hamburg, unterstützt von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO), der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) und dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.
„Gesund essen, besser leben“ lautet der Untertitel der Aktion, die auf den zweiten Blick allerdings einige Fragen aufwirft: Es geht kaum um eine Zustandsbeschreibung der durchschnittlichen Ernährung von heute und daraus abgeleitete Empfehlungen. Dagegen wird dem Thema Nahrungsergänzung eine große Anzahl von Seiten eingeräumt. Fast scheint es sogar, als gehe es hauptsächlich darum, den Sinn von Nahrungsergänzungen pauschal in Frage zu stellen. Wenn überhaupt, so werden auf der Seite Nahrungsergänzungen nur dann für sinnvoll gehalten, wenn der Arzt sie für nötig hält.
Dies könnte noch angehen, wenn es denn eine übersichtliche Präsentation einer gesunden, vitalstoffreichen Ernährung geben würde. Die sucht der Leser allerdings vergeblich. Unspezifisch wird auf „Tipps und Hinweise“ verwiesen, die allerdings online nicht über den allgemeinen Hinweis „5 am Tag“ hinausgehen. Wer genauere Tipps sucht, muss sich in die Seminare begeben, die in den Verbraucherzentralen angeboten werden. Doch wer tut das schon?!

Vor diesem Hintergrund mutet es seltsam an, ein deart negatives Bild von Nahrungsergänzungen zu zeichnen, wie es hier im Namen des „Verbraucherschutzes“ getan wird.
Kein Wort davon, dass immer mehr Mediziner heute qualitativ hochwertige Nahrungsergänzungen für empfehlenswert halten, da die heutige Ernährung ohnehin mit vollwertiger, erntefrischer Kost nur noch wenig gemein hat.
Kein Wort darüber, dass Streß und Hektik oder auch die Zunahme von Single-Haushalten zu einem rasanten Wachstum an Fertiggerichten führen, die ernährungsphysiologisch weitgehend wertlos, oft sogar schädlich sind(etwa durch die Verwendung „haltbarer“ Transfette, die den Stoffwechsel enorm belasten).
Kein Wort auch über die viel zu große Menge an raffinierten Kohlehydraten, die sich „Otto Normalverbraucher“ heute gönnt.

Es ist gut und richtig, dass Verbraucher über Intransparenz oder gar unlautere Absichten aufgeklärt werden. Und gerade Anbietern von „Wundermitteln“ sollte aufmerksam auf die Finger geschaut und im Zweifelsfall das Handwerk gelegt werden. Insofern ist manche Kritik an Produkten, die als Nahrungsergänzung verkauft werden, angebracht und gut.
Doch wer anklagt, sollte selbst mit gutem Beispiel vorangehen. Warum werden nur die Koopertionspartner BAGSO und DGE genannt, und nicht die jeweiligen Mitglieder oder Kooperationspartner dort? Etwa weil auch darunter Unternehmen mit wirtschaftlichen Interessen sind, die durch die steigende Popularität von Nahrungsergänzungen bedroht sein könnten? Es ist absolut legitim, wirtschaftliche Interessen zu verfolgen. Nur sollte dies offen und transparent sein!
Öffentlich geförderte Institutionen wie die DGE oder auch die Verbraucherzentralen sollten darüber hinaus jedoch auch ihrer institutionellen Verantwortung gerecht werden. Im konkreten Beispiel wäre es durchaus angebracht, vor allem darauf hinzuweisen, dass Nahrungsergänzungen gesetzlich keine Heilwirkung versprechen dürfen, da sie sonst unter das Arzneimittelgesetz fallen würden. (Soviel zum Thema fehlender Wirksamkeitsbeweise). Auch gehört es zur Fairness, darauf hinzuweisen, dass wissenschaftliche Beweise im Sinne eines monokausalen Zusammenhangs für den Nutzen von Vitalstoffen nicht zu führen sind, weil die vom zweifachen Nobelpreisträger Dr. Linus Pauling geprägte Orthomolekulare Medizin darauf aufbaut, dass es IMMER DER WIRKZUSAMMENHANG VON VITALSTOFFEN ist, der beachtet werden muss.
Verbraucherschutz wird seinem Auftrag nicht gerecht, nur „wissenschaftliche Studien“ zu zitieren, die bestimmte Gefahren von Überdosierungen feststellen. Verbraucherschutz muß die Interessen des Verbrauchers auch dadurch schützen, dass er anerkennt, wie stark die medizinische Forschung von direkten und indirekten Einflüssen der Pharmazeutischen Industrie abhängig ist. Diese ist auf Gewinnerzielung durch den Verkauf patentierbarer Arzneien für Krankheiten angewiesen. Welches Interesse hat sie daran, dass sich Gesundheitsbewußtsein im Sinne einer vorbeugenden präventiven Versorgung des Stoffwechsels mit allen essenziellen Vitalstoffen durchsetzt? Gerade dieses Bewußtsein wird jedoch seit langem von namhaften und seriösen Befürwortern der orthomolekularen Medizin aus gutem Grund gefördert. Ihnen muß auch der Verbraucherschutz ein Forum bieten, damit der Verbraucher tatsächlich mündig werden und sich ein eigenes Urteil bilden kann!